Eine Dashcam wird meist einmal angebracht und danach jahrelang nicht mehr angefasst. Umso mehr lohnt es sich, den Einbau in Ruhe zu machen. Position und Ausrichtung entscheiden darüber, ob eine Aufnahme später etwas zeigt oder nur ungefähr in die richtige Richtung filmt.
Der richtige Platz an der Scheibe
Bewährt hat sich die Montage hinter dem Innenspiegel. Dort verdeckt die Kamera nichts, was du zum Fahren brauchst, denn der Spiegel nimmt den Platz ohnehin ein. Gleichzeitig sitzt sie mittig, was die Perspektive symmetrisch hält und das Einschätzen von Abständen erleichtert.
Wichtig ist, dass die Kamera im Wischbereich liegt. Bei Regen bleibt die Scheibe davor sonst verschmiert, und die Aufnahme wird ausgerechnet dann unbrauchbar, wenn die Sicht ohnehin schlecht ist.
Hinweis
Dein eigenes Sichtfeld hat Vorrang. Ein Gerät, das die Sicht nach vorn einschränkt, ist unabhängig von der Bildqualität an der falschen Stelle montiert.
Ausrichtung: zwei Drittel Straße
Die häufigste Fehleinstellung ist eine Kamera, die zu hoch zielt. Auf solchen Aufnahmen nimmt der Himmel die halbe Bildfläche ein, die Automatik richtet die Belichtung danach aus, und die Fahrbahn versinkt im Dunkeln.
Als Richtwert gilt: etwa zwei Drittel Fahrbahn, ein Drittel Himmel. Die Motorhaube darf am unteren Rand knapp sichtbar sein. Das wirkt unscheinbar, hilft aber bei der Einordnung, weil man erkennt, wie weit ein anderes Fahrzeug tatsächlich entfernt war.
Kontrolliere die Ausrichtung nach dem Einbau mit einer echten Fahrt, nicht im Stand. Erst in Bewegung siehst du, ob der Ausschnitt passt und ob sich die Halterung durch Fahrbahnstöße verdreht.
Kabel, die nicht stören
Ein lose herabhängendes Kabel ist ärgerlich und im Ernstfall gefährlich. Führe es entlang des Dachhimmels zur A-Säule, dort hinter die Verkleidung und weiter zum Fußraum. Die Verkleidungen lassen sich mit einem Kunststoffkeil lösen, ohne dass etwas bricht.
Halte dabei Abstand zu Airbags. In der A-Säule verläuft bei vielen Fahrzeugen ein Airbag, und ein dort eingeklemmtes Kabel wird im Auslösefall zum Geschoss. Im Zweifel führst du das Kabel außen an der Verkleidung entlang und fixierst es mit Clips.
Nach dem Einbau
Prüfe drei Dinge: Stimmt die Uhrzeit? Liegt der Bildausschnitt richtig? Startet die Kamera zuverlässig, wenn du den Motor anlässt? Diese Kontrolle dauert zwei Minuten und beantwortet die Frage, ob die Kamera im Ernstfall tatsächlich läuft.
Wiederhole sie regelmäßig. Der Beitrag zum monatlichen Kurzcheck fasst zusammen, was dabei jedes Mal drankommt.
Halterung: Klebepad oder Saugnapf
Beide Varianten funktionieren, sie haben nur unterschiedliche Schwächen. Ein Klebepad hält dauerhaft und verrutscht nicht, lässt sich aber nur mit Mühe und Rückständen wieder entfernen. Ein Saugnapf ist flexibel und gut für Fahrzeugwechsel geeignet, verliert bei Hitze und Kälte jedoch an Halt und fällt gelegentlich genau dann herunter, wenn niemand hinsieht.
Wenn die Kamera dauerhaft im selben Fahrzeug bleibt, ist das Klebepad die verlässlichere Wahl. Für Mietwagen und Reisen ist der Saugnapf praktischer; dort gilt allerdings zusätzlich, was der Beitrag zur Dashcam im Mietwagen beschreibt.
Kontrolliere die Halterung in beiden Fällen gelegentlich mit leichtem Druck. Eine Kamera, die sich unbemerkt gedreht hat, filmt seit Wochen an der Szene vorbei.